Geschichten vom Luminohof – Der Nebel und die Einsamkeit

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Vorwort

Immer noch hänge ich bei dem Thema Einsamkeit und seiner Deutung fest. Zwar sagt mir das Internet, dass die Einsamkeit ein komplett negativ besetzter Begriff ist, anderseits würde ich es gern selbst bestimmen. Doch die Psychologie bewertet nun mal Einsamkeit als etwas negatives. Sie sagt, Einsamkeit bedeute soziale Isolation und ist eine Vorstufe zu einer Depression. Alkoholismus gilt z.b. als Bewältigungsstrategie.

Wenn ich nun von der Einsamkeit schreibe, dann bin ich auf den Weg in eine Depression? Nein. Ich habe den Begriff nur falsch benutzt. Was ich als Einsamkeit gedeutet habe, ist das Alleinsein. Das wird nun wieder nicht zwingend negativ betrachtet, sondern ist ein Ausdruck von Unabhängigkeit und gar nicht unbedingt so verkehrt.

Jetzt verstehe ich das Ganze viel besser und ich möchte versuchen, einsam zu sein, obwohl ich es nicht bin.

Der Nebel und die Einsamkeit

Ein tiefes Grau liegt über dem stummen Land, was sich unsichtbar vor mir ausbreitet. Ein nasser Schleier versperrt mir die Sicht auf Dinge, die ich sonst klar und deutlich vor mir sehen kann. Sie sind verschwunden. Verschluckt durch den schier endlosen Nebel der Einsamkeit. Was erwartet mich hinter diesem trüben Nebel? Wie kann ich ihn überwinden?

Es scheint nicht möglich. Trotz endlosem Gehen verzieht sich der Nebel nicht und baut immer wieder dieses unüberwindbare Hindernis vor mir auf. Es verschlingt Gebäude, Bäume, Tiere… mich

Geräusche sind nicht lebendig, wenn man nichts sieht. Sie machen eher Angst. Angst vor dem Unbekannten. Das was man hört, aber nicht sehen kann. Ein Alptraum.

Unerklärlich erscheint mir, dass diese Mauer mir das Augenlicht nimmt, ich aber trotzdem sehen kann. Ich kann durch diese Mauer hindurchgehen, sie aber nicht überwinden. Ein unmögliches Unterfangen.

Dann diese grauen, kahlen Bäume. Sie singen traurige Lieder. Ihr Gesang verkommt zu einem Wimmern. Jetzt rufen sie meinen Namen. Ich folge ihrem Klagelied. Ihre langen Äste greifen nach mir. Sie heben mich nach oben; über den Nebel, zur Sonne…..

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