11.01.18 – Geschichten vom Luminohof – Von alten Sümpfen und stinkendem Rinderhorn


Nach dem Frühstück und dem Gassigehen, zog ich heute Morgen alleine los. Es ist frostig, die Landschaft wirkt eisig, kahl und wie immer einsam. Zum ersten Mal scheint sich heute die Sonne sehr zeitig zu zeigen, was eine gute Voraussetzung für gute Fotos ist.

Bis die Sonne am Horizont empor steigt und das Land erhellt, hab ich noch etwas Zeit und besuche die Pferde, welche nicht wie fälschlich von mir erwähnt zur Maunaer Mühle gehören, sondern zum Pferdehof Pauschütz.

Wieder stapfen diese sanften Tiere gemütlich über ihre Weide. Hier herrscht wenig Hektik. Der größte Hengst scheint hier das sanfteste Tier, zumindest vermittelt mir sein äußerlicher Eindruck diese Annahme. Ein braun weiß gefleckter Hengst, vielleicht ist es auch eine Stute, steht immer weit Abseits von der Herde. Ist er ein Außenseiter? Wer weiß. Vielleicht hat er keine Lust auf die Stänkereien der Jugendlichen, die auch den großen Sanften oft in die Mangel nehmen. Oder sind es gar die Mädels, welche da die Männer gängeln?

Jetzt steigt die Sonne über den Berg. Ich gehe ihr entgegen und sehe wieder Tiere. Dieses Mal sind es keine Pferde, sondern Rehe, die mehr als verdutzt über mein Erscheinen daher starren. Sie sind gar nicht weit weg. Sie konnten mich nur nicht sehen, weil der Abhang der Anhöhe meine Person versteckte. So kann ich sogar schnell ein Foto machen, bis sie sich sprichwörtlich vom Acker machen.

Ich steuere weiter auf den Punkt zu, wo sich einst die Rehe befanden. Die Sonne scheint hier so schön durch die alten Bäume. Einer von ihnen hat beim letzten Sturm wohl einen Ast verloren. Dieser fügt sich ungleichmäßig in das Bild und wirkt genau deswegen fotografisch interessant auf mich. Dahinter befindet sich das Käbschützbachtal. Es ist ein wunderschöner Anblick. Weiter hinten ist ein wenig Görna zu sehen.

Am Fuße des Abhangs befindet sich ein kleines Sumpfgebiet. Auch hier tuckerte einst die Schmalspurbahn durch. Kaum vorzustellen, wie diese jetzt im Morgendunst und aufgehender Sonne mit ihrem lauten Pfeifen hier durch gerasselt kommt. Jetzt höre ich nur einen Specht, der irgendwo mit seinem Schnabel gegen totes Holz prasselt. Auch ein Bussard ist zu sehen und zu hören. Er gleitet hoch über dem Tal und gibt seinen typischen Laut von sich.

Das stinkende Rinderhorn

Gestern fand ich am Feldrand ein abgesägtes Horn von einem Rind. Das Aussehen erinnerte mich sofort an die typischen Trinkhörner und hatte dazu auch gleich die passende Idee. Ich muss gestehen, dass ich mir als Städter eine einfach Vorstellung von diesem Vorgehen machte. Ein Trinkhorn basteln. Das kann doch nicht so schwer sein. Also habe ich mich erst einmal kundig gemacht, wie so ein Rinderhorn aufgebaut ist.

Was doch sehr interessant ist. Das was wir immer von einem Rind als Horn sehen, ist die Hornscheide. Im Inneren befindet sich der Hornzapfen, der stark durchblutet wird und mit vielen Nervenfasern durchzogen ist. Der hohle Hornzapfen ist mit der Stirn- und Nasenhöhle verbunden und damit an die Zirkulation der Verdauungsgasse angeschlossen. Was es nicht alles gibt.

Aber zurück zu meinem Vorhaben. Blauäugig dachte ich mir, dass ich das Horn einfach im kochenden Wasser reinige. Das hab ich mal irgendwo gelesen. Gesagt, getan und es funktionierte sogar zum Teil. Leider gab das kochende Horn einen bestialischen Gestank frei. Erst dachte ich, wenn ich öfter das Wasser wechsle, hört es irgendwann auf zu stinken. Aber das war nicht der Fall. Im Gegenteil, es sollte noch schlimmer kommen.

Ganz falsch bin ich an die Sache jedoch nicht heran gegangen. Das Horn ließ sich nach dem kochen verformen und ich konnte somit das Innenleben, den Hornzapfen, ganz einfach entfernen. Aber genau das war ein grober Fehler. Nun wurde der Gestank unerträglich und ich beförderte das Horn in den Mülleimer.

Neben dem Schreiben passiert hier gerade etwas spannendes. Katze Lilly ist hier einer dicken Fliege auf die Schliche gekommen, die wahrscheinlich durch das warme Sonnenlicht agil geworden ist. Es ist das reinste Schauspiel. Lilly mausert sich nicht gerade zum besten Jäger. Am Ende hat sie sie doch erwischt und ist in bekannter Katzenmanier vorgegangen: blöd gucken, mit dem erlegten Tier spielen, verspeisen….

So, ihr Lieben. Das wars für heute. Ich wünsche Euch allen einen angenehmen Abend!

 

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