Meißen – Die Sonnenleite: Auf den Spuren des Baumeisters William Becker

Baudenkmal Sonnenleite Nr. 13 – Baumeister William Becker

Etwas versteckt und verträumt, auf einem ehemaligen Weinberg gelegen, entstand zwischen 1904 bis 1930 die Gartenstadt-Siedlung Sonnenleite am Questenberg.

Wer sich hier etwas umsieht wird bemerken, dass die Häuser einen gewissen Anspruch an Architektur und Aussehen haben, in ihren Entstehung aber gar nicht so alt sind und deshalb schon in die Reformarchitektur und dem Heimatschutzstil fallen. Mehr dazu —> SZ-Artikel

An der Sonnenleite

Auffallend im Bauhandwerk, heute durch Bäume und Sträucher etwas versteckt, ist die im Jugendstil erbaute Villa an der Sonnenleite 3, die der Baumeister William Becker 1907 für eigene Wohnzwecke erbaute. Nach und nach entstanden weitere Häuser durch den Baumeister Becker und so entschloss er das Gebiet, was wir heute als Sonnenleite kennen. Biografie und Wirken von William Becker in Meißen findet ihr in einer Ausgabe des Meißner Tageblatt 2011 als PDF – Link

Nr. 3 – Jugendstil-Villa – Ehemaliges Wohnhaus von William Becker

Am Haus Nr. 5, direkt neben der Jugendstil Villa, ist unter dem Erker eine Figur aus Plastik zu erkennen. Sie zeigt einen Mann in Hocke, auf dessen Knie eine Eule sitzt. Diese Figur geht auf den dort wohnenden Gestaltungsdirektor der Porzellanmanufaktur, Prof. Erich Hösel, zurück, der leidenschaftlicher Schlaraffe (Schlaraffia) war, dessen Verein als Symbolik eine Eule nutzt. Wer viel in Meißen unterwegs ist, wird dieses Symbol an einigen Ecken auffinden, da dieser Verein auch heute noch aktiv ist.

Weiter Richtung Questenberg befindet sich das alte Wasserpumpwerk, was um 1926 erbaut und 1927 in Betrieb genommen wurde. Es diente zur Wasserversorgung von Korbitz und dem Kynastweg.

Ehemaliges Wasserpumpwerk an der Sonnenleite


Nach den vielen geschichtlichen Aspekten, kommen wir zum Schluss noch zu etwas Witzigem. Neulich zeigte ich ein Bild vom alten Pumpwerk an der Sonnenleite bei Facebook. Der kleine steile Verbindungsweg von der Sonnenleite zum Questenberg nannten wir als Kinder immer Scheißkessel, ohne zu wissen, warum das so ist.

Das sogenannte „Scheißgässel“


Peter Schmidt erklärte uns in einem Kommentar, warum dieser Weg so genannt wurde. Zitat: „Früher war das der kürzeste Weg vom Kynast und Korbitz zur Jute Spinnerei und da die Frauen frűh immer spät dran waren war das Gässchen der beste Ort für einen Morgenschiß.“ Vielen Dank für diese etwas außergewöhnliche Aufklärung 🙂

Wir wanderten an diesem Tag weiter über den Questenberg/Korbitzer Straße zum Kanonenweg, von da zurück durch den Stadtwald/Hohe Eifer ins Buschbad. Hier noch ein paar winterliche Impressionen von eben da.


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