Foto-Ausflug: Von Weinböhla zum Wolfsdenkmal – zurück über Kreyern nach Coswig

Wer kennt sie nicht, die schönen Wälder zwischen Weinböhla, Moritzburg und Coswig? Einst Jagdgebiete der kurfürstlichen Wettiner, in denen noch Bär, Wolf und Wisent durch die Wälder streifte. Ein altes Relikt aus dieser Zeit ist heute noch die Wolfssäule und das Forsthaus Kreyern. Von Kreyern ergießt sich der Lockwitzbach durch den malerischen Spitzgrund bis zur Historischen Spitzgrundmühle. Kommt mit auf diese wunderschöne kleine Reise und entdeckt mit mir viele interessante Dinge aus damaliger Zeit in Schrift und der heutigen Zeit in Bildern.

Die ganze Geschichte ohne Text aber mit Bildern in Google-Maps: Klick

Startpunkt Bushaltestelle Laubenhöhe Weinböhla

Startpunkt unserer kleinen Foto-Tour ist die Bushaltestelle Laubenhöhe in Weinböhla, welche von der Linie 411 – Meißen – Neusörnewitz – Weinböhla bedient wird. Wir kehren der Busrichtung den Rücken und gehen Richtung Kreuzung der Laubenhöhe und biegen links auf den Auerweg ab und folgen diesem 460 Meter bis wir rechts auf den Neuen Weg abbiegen.

Rechts auf  Neuer Weg abbiegen
Rechts auf den Neuer Weg abbiegen

Ab hier folgen wir dem Roten Wanderweg und kommen Anfangs noch an Grundstücken mit großen Ackerflächen vorbei, bis wir in den Wald eintauchen. Bei Googla-Maps wird dieser auch als G-Weg angezeigt. Wir kommen nach 700 Metern an eine lichte Kreuzung mit vielen Hinweisschildern.

grün-kreyern

Weg zum Wolfsdenkmal

Kleines Buchenwäldchen auf dem Weg nach Kreyern
Kleines Buchenwäldchen auf dem Weg nach Kreyern

Hier verlassen wir den Roten Wanderweg (G-Weg) und biegen links auf den grün gestreiften Richtung Kreyern (T-Weg) ab. Diesem folgen wir und kommen dabei an einen kleinen Buchenwald vorbei, wo nach diesem unser Weg in eine Kiefernschonung mündet. Hier kann rechter Hand eine Hinweistafel und ein selbstgebautes Tipi besichtigt werden. Wir folgen dem Weg bis zum nächsten Hinweisschild. Hier kann entschieden werden, ob der Grüne Wanderweg (T-Weg) direkt nach Kreyern fortgesetzt oder ob wir links abbiegen und das Wolfsdenkmal besuchen möchten.

Hinweisschild zum Wolfsdenkmal und der Lobetanzwiese
Hinweisschild zum Wolfsdenkmal und der Lobetanzwiese

Wir biegen natürlich links ab, da wir das Wolfsdenkmal besichtigen und interessante Dinge darüber erfahren möchten. Auch meine Hündin Shiba war überaus interessiert an dem Wolf aus Stein. Dazu später aber mehr. Wir queren eine Lichtung und können nun links und rechts die Lobetanzwiese sehen. Leider habe ich keine Infos über diese im Internet finden können. Wir überqueren geradeaus einen größeren Wanderweg bis wir nach ein paar Metern rechts das Wolfsdenkmal erblicken.

Die Wolfssäule

Das Wolfsdenkmal wurde nicht dem letzten Wolf im Friedewald gewidmet
Das Wolfsdenkmal wurde nicht dem letzten Wolf im Friedewald gewidmet

Wie oft angenommen, ist die Wolfssäule im Friedewald nicht dem letzten Wolf in Sachsen gewidmet. Das Wolfsdenkmal wurde nur einem besonders starken Wolf von Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen zur Erinnerung gewidmet. Die Treibjagd auf diesen fand am 20. April 1618 statt. Erlegt wurde der Wolf am Ende vom jüngsten und daher auch vom Rang her niedrigsten Jäger der Truppe. Wie diese Jagd wohl ausgesehen hat zu dieser Zeit?

Der letzte Wolf soll um 1750 im Friedewald gesehen wurden.

Gibt es bald wieder Wölfe im Friedewald?

Vielleicht haben wir ja Glück und es siedeln sich wieder Wölfe im Friedewald an. Meine Hündin Shiba hat zumindest den Wolf aus Stein als einen Artgenossen wahr genommen und dementsprechend begrüßt. Hier in diesem Link ist ein Video von der Begegnung zu sehen.
Forsthaus Kreyern

Unser Weg führt uns nun zurück bis zur Lobtanzwiese. Da fällt mir gerade ein, dass im Forsthaus Kreyern, welches wir gleich besuchen werden, vor langer Zeit Wisente gehalten wurden. Vielleicht haben diese imposanten Tiere hier eins geweidet. Die Wisente wurden damals noch nicht für solche gehalten. Man dachte, es wären Auerochsen, woraus auch der Name für den Ortsteil Auer entstand.

Wir gehen also bis zur Lobetanzwiese zurück und biegen auf dem großen Wanderweg links Richtung Kreyern ab. Von hier aus sind es noch rund 700 Meter bis zum Forsthaus.

Forsthaus Kreyern
Forsthaus Kreyern

Das Forsthaus Kreyern hat eine bewegende Geschichte hinter sich. Erstmals erwähnt wird es schon um 1406. Viehzucht und Ackerbau schien das noch damalig bäuerliche Dorf zu umtreiben, bis 1552 Kurfürst Moritz von Sachsen sein Jagdschloss Moritzburg errichten ließ und weitere Jagdgründe benötigte. Er forderte die Ritter von Karras auf, ihm das Dorf zu überlassen. Doch Kurfürst Moritz von Sachsen kam um 1553 bei der Schlacht von Sievershausen zu Tode und das Dorf Kreyern blieb noch bis 1556 in Besitz der Ritter von Karras. Diese jedoch veräußerten das Dorf in diesem Jahr an den Nachfolger August für 15.169 Gulden und verließen den Coswiger Raum.

Da immer noch neues Jagdgebiet benötigt wurde, hat man die Dorfbewohner nach Coswig und Meißen (Neuzaschendorf) umgesiedelt, die Höfe abgerissen und das Gebiet neu aufgeforstet. Seit dem 16. Jahrhundert ist dann nachgewiesen, dass Kreyern Sitz eines Forstreviers war. Die Coswiger Jäger zogen um 1679 aus der Karrasburg in das Forsthaus Kreyern um. Heute ist das Forsthaus Kreyern Außenstelle des Staatsbetriebes Sachsenforst Forstbezirk Dresden. Jedes Jahr findet an zwei Samstagen im Dezember (5. und 12.12.15) eine Wildweihnacht statt.

Entlang des Lockwitzbaches zur Historischen Spitzgrundmühle

Der letzte Abschnitt unserer Wanderung führt uns durch den Spitzgrund entlang des Lockwitzbaches. Dazu gehen wir auf die Straßenseite des Forsthauses Kreyern Richtung Coswig und biegen hinter diesem links auf den lila markierten Wanderweg ab. Dieser führt uns direkt bis nach Coswig und bietet uns dabei sehr schöne Ansichten. Zu erwähnen wäre hier noch der Weg zum Seerosenteich. Ein wirklich zauberhafter Ort und ebenfalls einen Ausflug wert. Dieser ist vom Forsthaus jedoch noch 4 Kilometer entfernt und als grüner Wanderweg markiert.

lila-weg-spitzgrund

Ich verließ den lila markierten Wanderweg hinter dem Forsthaus und wollte ein paar schöne Fotos machen und kletterte dafür über den Lockwitzbach. Dabei wollte ich etwas weiter vorn wieder auf den Wanderweg zurück, kam aber nicht mehr über die Bach. Die Gegend hier ist sehr morastig. Wildschweine haben hier mit ihrer Schnauze fast den kompletten Boden umgepflügt. In der Nacht herrscht hier sicher wildes Treiben und Gegrunze. Ein paar Wildschweinborsten fand ich auf dem Weg zur Straße an einem umgestürzten Baum. Sicher hat sich ein Wildschwein daran gerieben, weil ihm wohl das Fell juckte.

Wildschweinborsten an umgestürztem Baum im Spitzgrund
Wildschweinborsten an umgestürztem Baum im Spitzgrund

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Das morastige Gebiet das ich hier durchstreifte hat was geisterhaftes und mystisches. Man kann sich so seine Bilder malen, was Nachts hier dieses Gebiet durchquert und möchte nicht unbedingt zu dieser Zeit hier sein. Nicht weil die bösen Tiere des Waldes uns ans Leder wollen. Nein, es ist die ungewisse Dunkelheit und seine Stimmen. Das Rascheln von Laub ist am heller lichten Tage nichts besonderes und oft einer Amsel geschuldet. In der Nacht im dunklen Wald, ist es jedoch das größte Übel, was wir uns vorstellen können. Oder was waren der Sagen nach die Ritter Karras einst für Barbaren, die armen Bauern die hübschen Töchter stahlen und Kaufleuten auflauerten, sie ausraubten und umbrachten. Vielleicht geistern auch hier des Nachts die ruhelosen Seelen jener Opfer umher. Na, schon Gänsehaut?

Die Umgebung des Lockwitzbaches im Spitzgrund zaubert so manch gruseliges Bild
Die Umgebung des Lockwitzbaches im Spitzgrund zaubert so manch gruseliges Bild

Aber Schluss mit den Spukgeschichten. Der lila Wanderweg kreuzt oft die Spitzgrundstraße und kann manchmal ganz schön verwirren. Aber dafür ist dieser Teil der schönste unserer Wanderung. Wir kommen am Spitzgrundteich vorbei, der vor langer Zeit noch als Gondelteich genutzt wurde.

Herbstimpression am Spitzgrundteich
Herbstimpression am Spitzgrundteich

Die historische Spitzgrundmühle

Die Historische Spitzgrundmühle
Die Historische Spitzgrundmühle

Historische Ansichtskarten zeigen die Spitzgrundmühle einst als große Badeanstalt mit großem Konzertsaal. Ein beliebter Erholungsort, von dem eine Gaststätte mit Pension geblieben ist. Immerhin. Wer hungrig von der Wanderung ist oder dringend eine Tasse Kaffee braucht, kann hier einkehren. Die Spitzgrundmühle hat täglich von 11.00 Uhr -21.00 Uhr, Freitag und Samstag von 11-23.00 Uhr geöffnet.

So, nun sind wir am Ende unserer kleine Reise durch den sagenhaften Friedewald und dem Spitzgrund. Ich hoffe, euch hat es wieder Spaß gemacht.

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