Lost Place: Das kleine Dorftheater

Ehemaliger Gasthof mit Saal

Ich frage mich gerade, was wohl ein Mensch denken mag, der damals öfters diesen kleinen Tanzsaal besuchte und heute diese Bilder sieht?

Zum Hamburger Hof in Meißen wird ja immer fleißig kommentiert und die Wehmut ist fast in jedem Kommentar wirklich spürbar. Und ich kann die Leute auch verstehen. Wenn ich heute an Gebäuden entlang laufe, wo ich einst als Jugendlicher eingekehrt, überkommt mich auch ein komisches Gefühl.

Es ist wirklich komisch. Selbst unsere Anlaufstellen der Mitte bis Ende Dreißiger sind heutzutage schon wieder verschwunden. Ich denke da konkret an die Tongrube, das Marocs Bowlingcenter und auch an den wenig beliebten, aber dennoch oft besuchten Apfelbaum. Alles weg und das schon wieder seit ewigen Jahren.

Und dann gibt es da so einen kleinen Gasthof irgendwo in einem kleinen Dorf, der wenigsten noch als solcher erkannt wird. Das Marocs ist komplett abgebrannt, da ist überhaupt nichts mehr von übrig. Die Tongrube und der Apfelbaum sind von außen nicht als das erkennbar, was sie einmal waren.

Ich bin und werde immer wieder der Meinung sein, man sollte mit der Vergangenheit nicht so lapidar umgehen. Ich lese und höre immer, dass wir die Vergangenheit hinter uns lassen und immer nach vorn blicken sollen. Doch wie immer sollten wir hier differenzieren. Gern lasse ich unliebsame und schlimme Erfahrungen hinter mir. Aber weshalb sollte ich positive und für mich schöne Dinge hinter mir lassen? Wir rauben uns damit doch nur unsere Kind- und Jugendzeit, die als erwachsener Mensch so enorm wichtig für uns ist.

Es kann natürlich nicht alles erhalten bleiben. Aber es kann daran erinnert werden, oder Elemente aus guten und schönen Zeiten übernommen werden, damit diese schönen Zeiten nicht irgendwann komplett verschwunden sind.

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