Vergessene Orte: Die geheimnisvolle Ruine im Meißener Triebischtal

Ich kann mich noch erinnern, wie wir als Schulkinder der Meißner Triebischtalschule in der großen Hofpause an der Hirschbergstraße hinter der Bahnunterführung rechts einen Weg in den Wald gingen und an einer alten Ruine herauskamen. Schon damals fand ich diesen Ort sehr faszinierend.

Heute Morgen (12.12.15) wollte ich genau diesen Ort noch einmal besuchen. Der damals offizielle kleine Waldweg an der Hirschbergstraße wurde zugesperrt. Doch natürlich wusste ich das bereits und verschaffte mir daher vorher einen kleinen Überblick über Google-Maps. Eine wahrlich sinnvolle und grandiose Erfindung, neben dem ganzen Blödsinn im Netz. 😉

Als erstes versuchte ich oben vom Lerchaweg an die alte Ruine zu gelangen. Aber von dort gab es keine Chance, diese zu erreichen. Schrebergärten versperrten mir den Weg. Nebenbei stieß ich am Lerchaweg auf einen mir unbekannten Friedhof der Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Afra Meißen, der Nicolai- oder Lerchafriedhof genannt wird. Dieser bestach durch seine alte Kapelle und der Leichenhalle, die leider beide stark baufällig erscheinen. Beides sind Kulturdenkmäler. Ein Blogbeitrag zu diesem Friedhof wird es natürlich unter meiner Foto- und Blogreihe „Alte Friedhöfe in Meißen“ geben.

Natürlich habe ich nicht nur einen kleinen Blick auf Googlemaps geworfen, sondern die Gegend gründlich untersucht. Und so fiel mir an der Heilsarmee (Hirschbergstraße 28) auf, dass dort scheinbar ebenfalls ein Weg in den Wald hinein geht. Und dem war auch so. Eine merkwürdige Treppe führte in den Wald hinein. Schon früh wusste ich, dass ich am Ziel war, denn ich sah die Turmspitze der alten Ruine im Wald schon von weitem.

Der Ort selbst hat sich seit meiner Schulzeit gar nicht so sehr verändert. Die alten, knorrigen Bäume hingegen, die perfekt in das Ambiente passen, fielen mir heute jedoch besonders auf. Jetzt im Winter ist durch ihre Kahlheit alles so trist. Solche Orte wirken dabei ganz besonders. Bäume die der Efeu umgarnen und ihre langen Äste in alle Richtungen strecken.

Von dem einst wohl prächtigen Haus, was direkt an einem Fels gebaut wurde, ist noch einiges übrig. Eine Giebelwand verrät ein Spitzdach. Eine weitere Mauer verbindet Giebelwand mit einem Turm, welcher 3 Etagen besitzt. Diese sind jedoch eingebrochen und auch der Turm ist dadurch sicher sehr einsturzgefährdet. Im Innenteil, wo sich die Natur das meiste schon wieder zurückgeholt hat, ist im Fels eine Art Keller eingearbeitet. Am Eingang sind noch zwei Sandsteinblöcke erkennbar. Zur Geschichte dieser Ruine ist wenig bis gar nichts übermittelt. Daniel Bahrmann spricht in seinem Blog von der Hahneburg, einem Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert. Weitere Recherchen meinerseits ergaben leider nichts.

Das war es auch schon wieder von mir. Der nächste Blog-Beitrag wird den Johannesfriedhof  in Meißen Cölln unter meiner Blog- und Foto-Reihe “Alte Friedhöfe in Meißen” behandeln. Ich hoffe, ihr seid wieder beim lesen und Bilder ansehen mit dabei. Anbei die Galerie zur alten Ruine mit ein paar Aussichtspunkten Richtung Triebischtal. Das Gelände ist frei betretbar!

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4 Kommentare

  1. Wusste gar nicht, dass es so eine Ruine dort gibt und gab. Bin ja auch zur Triebischtalschule gegangen, allerdings ist mir dieses Haus in der Zeit nicht aufgefallen. Bin ja immerhin 6 Jahre dort zur Schule gegangen. Ich werde mich aber auch mal auf den Weg dorthin machen um mir das anzusehen und Fotos zu machen. Danke für die Beschreibung wie man dort hinkommt. Solche Beiträge mit verlassenen Orten finde ich sehr interessant, wobei es ja immer so eine Sache ist die Standorte freizugeben… Wobei es hier sowieso egal ist, was soll man da noch kaputt machen?

  2. Gabriele Skoda-Hoffmann

    Schön, dass Ihr Euch für das Grundstück interessiert, Erinnerungen damit verbindet und seinen Reiz in schönen Bildern eingefangen habt. So ein ganz vergessener Ort ist es allerdings nicht. Das Grundstück gehört einer Erbengemeinschaft, der meine Schwester und ich angehören. Wir möchten allerdings nicht, dass Unbefugte das Grundstück betreten. Leider ist von Fremden schon viel Müll abgelagert worden. Seit Jahren bemühen wir uns, die Immobilie einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Der Wiederaufbau der Gebäude scheitert daran, dass es sich um Außenbereich handelt. Bei Interesse kann ich weitere Informationen über frühere Besitzer geben und alte Fotos der Gebäude zeigen.

    1. Diese Burg birgt ein Rätsel; besser gesagt das Gestein. Wir haben da als Kinder etwas gefunden, was mich noch heute fasziniert. Abenteuer pur – nur leider waren wir nicht geduldig. Jetzt hat die Erde alles verschluckt.
      Wenn Sie mit mir in Verbindung treten wollen, liebe Gabriele, so habe ich als “alter Triebischtaler” offene Ohren.

  3. Hallo!
    Ich habe auf derHirschbergstr.24a über 40 Jahre gewohnt.
    Die Hahneburg befand sich genau hinter unserem Haus . Aus dem Küchenfenster konnte ich sie immer sehen.Damals , in meiner KIndheit, war sie noch bewohnt . Ich kannte jeden Bewohner .Nach und nach verstarben die Bewohner und wir haben oft in der Ruine gespielt.Auch später ,aber noch vor Wende habe ich sie oft besucht.Damals konnte man noch die Stufen neben dem “Heiteren Blick” hoch gehen.Die Hahneburg hatte für uns Kinder etwas Geheimnisvolles.
    Es gab dort auch eine Höhle im Felsen.Heute wohne ich nicht weit von der Hahneb. entfernt.
    Mich wird es bestimmt noch ein dort hin ziehen.

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