Lost Place Meißen: Die alte Jahnhalle und ihre Erinnerungen

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Immer wieder besuchte ich in gewissen Abständen die alte Jahnturnhalle, die oben an den Justusstufen seit ihrer Schließung ein klägliches Dasein verbrachte. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wird heute jedoch von der Bürgerstiftung Meissen betreut, die durch Spenden und Fördergelder das Gebäude und sein grünes Außenareal für öffentliche Nutzungen in Form von Sport, Spiel und allgemeinen Freizeitspaß wiederbeleben möchten. Eine gute Idee. Denn wir selbst haben dieses Areal als Jugendliche gern dafür genutzt.

Ich selbst habe in der Jahnturnhalle nie Sportunterricht gehabt. Dafür wurde im Sommer der dazugehörige Bolzplatz fast täglich in den Ferien von früh bis spät genutzt. Damals war dieser Bolzplatz ein großer Treffpunkt für viele junge Leute aus Meißen. Ich erinnere mich da noch an Zeiten, da hat sich niemand einen Termin ausmachen müssen und es waren trotzdem immer genügend Leute da, um ein kleines Fußballspiel stattfinden zu lassen. Das war wirklich so. Man ist einfach hingegangen. Irgendjemand war schon da. Heute kaum vorstellbar.

Von vielen Freunden aus der Afraschule (Neumarkt) ist mir noch bekannt, wie sie zu Fuß zur Jahnhalle gehen mussten. Ich selbst kenne das aus meiner Schulzeit in der Triebischtalschule. Wir mussten immer noch zum alten Juteplan latschen. Auch das ist heutzutage für unsere Kinder und Jugendliche kaum noch zumutbar.

Deshalb zog es mich vielleicht immer wieder mal zur alte Jahnhalle hin. Viele Erinnerungen an eine schöne Jugendzeit hängen an diesem Ort fest. Bei allen Besuchen hielt ich natürlich auch immer ein Auge offen, ob irgendwo ein einfaches Betreten möglich ist. Viele Jahre war dies nicht möglich. Im Sommer 2016 sollte sich das Blatt aber wenden. Sperrangelweit stand eine dicke Eisentür offen. Wer diese Tür aufgebrochen hat, hatte schweres Werkzeug eingesetzt. Aber warum? Was erhoffen sich diese Leute, im Inneren zu finden, um dafür diese dicke Eisentür aufzubrechen? Nun gut. Wir wissen was wir im Inneren finden werden. Ebenfalls Erinnerungen. Und deshalb ließen wir diese Chance natürlich nicht ungenutzt.

Ein Foto stach dabei besonders ins Auge, wenn es um Erinnerungen geht. Die Tafel in der Turnhalle war noch mit Kreide beschrieben und hinterließ bis 2016, vielleicht auch noch bis heute, einen Trauerspruch aus dem Jahr 2007.

„In ehrendem Gedenken an Rainer Hampel – die Turner des TSV Meissen e.V., den 20.07.2007“

Abschließen möchte ich hier mit diesen Sätzen. Wichtige Menschen kommen leider nicht zurück, wenn sie einmal von uns gegangen sind. Alte Gebäude, die leer stehen, können durch Menschenhand wieder zum Leben erweckt werden. Grit Hampel, die Tochter von Rainer Hampel, ist Mitbegründerin der Bürgerstiftung Meissen. Hier geht’s zur Webseite: Bürgerstiftung Meissen


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