Schloss Neusorge verfällt: Wenn das Elsa Brändström wüsste

Schloss Neusorge verfällt und ist heute ein sogenannter Lost Place. Das konnten wir schon mehrmals in der Presse lesen. Seit 1993 steht es leer und trotz scheinbar anfänglichen Entkernungs- und Sicherungsmaßnahmen, scheint es keine Rettung für das einst bekannte Barockschloss zu geben.

Dabei gibt es viel über das Schloss und seine Geschichte zu erzählen.

Die Philanthropin Elsa Brändström (*26. März1888 in Sankt Petersburg; † 4. März 1948 in Cambridge, Massachusetts), oder auch der Engel von Sibirien genannt, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die medizinischen und humanitären Bedingungen in russischen Kriegsgefangenenlager während des 1. Weltkrieges zu verbessern. Viele österreichische und deutsche Kriegsgefangene verdanken Elsa Brändström ihr Leben.

Verfall im Schloss Neusorge


Nach dem 1. Weltkrieg schrieb Elsa Brändström ein Buch über ihre Arbeit in Russland (Unter Kriegsgefangenen in Russland und Sibirien 1914–1920), welches ein großer Erfolg wurde. Die Einnahmen aus diesem Buch kamen ebenfalls Heimkehrern und verwaisten Kriegskindern zugute. Sie errichtet von dem Geld ein Arbeitssanatorium in Bad Marienborn im Landkreis Bautzen.

1923 reiste Elsa Brändström auf eigene Kosten in die USA, um dort mit Vorträgen Geld zu sammeln. Diese Einnahmen waren dafür gedacht, um in Schloss Neusorge ein Kinderheim zu errichten. In diesen fanden fest 60 Kinder ein Zuhause. Weiter 150 kamen jeweils als Erholungskinder in gewissen Abständen auf Schloss Neusorge. Sieben Jahre betrieb Elsa Brändström das Kinderheim. Die Kriegskinder wurden langsam groß und das Heim war nicht mehr nötig. Damals noch nicht mit dem Wissen, dass der 2. Weltkrieg vor der Tür stand.


In der Zeit des Nationalsozialismus war im Schloss die Motorsportschule des NSKK untergebracht. Zu DDR-Zeiten fungierte das Schloss wieder als Kinderheim. Seit 1993 steht es leer.

Ich habe den Bilder ein wenig Leben eingehaucht und mit etwas Fantasie bespickt. Danke für Euren Besuch auf meinem Blog.

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