Lost Place: Das verlassene Altenheim

on

Seit dem gestrigen Besuch dieses einstigen Pflegeheims, muss ich mir ständig die Frage stellen, wie es denn sein kann, dass Menschen so zusammengepfercht wurden.

Das Wort Altenheim in der Überschrift, hätte ich auch mit dem Wort Gefängnis ersetzen können. Ihr müsst euch das außerhalb der Fotos so vorstellen.

Einige Zimmer waren gerade mal so groß wie eine Besenkammer. Hätte an der Tür zu dieser Kammer kein Name gestanden, hätten wir nie geglaubt, dass es sich wirklich um ein Zimmer handelt, dass mit einer Heimbewohnerin belegt war.

In diesem Zimmer war ein Waschbecken, an dem sich die Bewohner waschen konnten oder gewaschen wurden. Die Toiletten waren im Gang untergebracht und zum Glück in Frauen und Männer aufgeteilt. Es gab Doppelzimmer, in dem für zwei Bewohner ein Waschbecken benutzt werden musste.

Eine Dusche haben wir gesehen. Für alle drei Etagen! Die war dazu so eng, dass man sich fragen muss, wie die Heimbewohner dort vernünftig gewaschen werden konnten. Oben unterm Dach waren noch zwei Zimmer, in denen alte Leute untergebracht wurden. Das stellen wir uns jetzt noch ohne Fahrstuhl vor. Am Ende lagen ganz oben jedoch die Fälle, die sowieso nicht mehr aus ihrem Bett kamen. Ein erdrückender Gedanke.

Erdrückend ist in solchen verlassenen Gebäuden ist auch der Gedanke, dass hier sehr viele Leute gestorben sind. Wie in einem Krankenhaus ist daher die Ehrfurcht groß.

Natürlich gab es das Pflegeheim schon zu DDR-Zeiten. Das zeigen uns ungeniert die Einrichtungsgegenstände. Auch ein gefundener Einlieferungsschein belegte das. Verwirrend finde ich jedoch, dass diese Anlage locker bis 10 Jahre nach der Wende existierte. Das verrieten einige gefundene Jahreszahlen in Bezug auf den Betrieb der Einrichtung. Also können wir grob sagen, dass diese Einrichtung noch zur Euroeinführung so ausgesehen haben muss.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.