Lost Place – Das Hotel der bunten Gardinen

Auf unserer letzten Tour durchs Erzgebirge, es entstanden dabei die Schneebilder aus Zinnwald und Fotos aus dem verlassenem Altenheim, entdeckten wir durch Zufall ein verlassenes Haus im Wald. Ein normales Wohnhaus konnte das nicht gewesen sein, denn es imponierte uns mit riesigen Balkons in Form von Wintergärten.

Wir hatten gerade die Schneefallgrenze erreicht, da entdeckte ich nach einer Kurve im Augenwinkel ein Gebäude im Wald, was sehr verlassen aussah. Da es fast an unserem eigentlichen Lost Place lag, erkundeten wir die Gegend und fanden auch schnell einen Zugang. Das ist im Übrigen immer das Spannende, wenn man nicht weiß, was einen erwartet. Die zufällig gefundenen Orte sind immer die besten. Da packt einen richtig die Abenteuerlust 🙂

Es regnete. Der viele Schnee war deshalb sehr matschig und machte das Gehen nicht gerade einfach. Wir fanden im Schnee frische Spuren, die aber nicht in das Haus, sondern daran vorbei in den Wald führten. Wo mögen diese Spuren nur hinführen? Wir werden es später herausfinden!

Das verlassene Gebäude wirkte bei diesen Wetterbedingungen schaurig. Der Regen, die kahlen Bäume und der grau wirkende Schnee versetzten uns wieder einmal in eine andere Welt. Und es sollte schaurig bleiben. Wir fanden ohne groß zu suchen eine offene Tür zum Keller. Das mag besonders Nicole. Denn Keller sind immer dunkel. Und wir waren nur zu Zweit! Nicoles Faustregel lautet nämlich immer: „Wir gehen mindestens zu dritt in solche Gebäude. Denn wenn einer verschwindet, bin ich immer noch nicht allein!“.

Und dieser Keller hatte es in sich. Er war nicht nur dunkel, sondern auch bewohnt. Und zwar von einer mumifizierten Katze, auf die ich beinahe getreten wäre, weil ich sie übersehen habe. Nicole hat sie entdeckt und laut gequiekt. Ein ohrenbetäubender Schall machte sich in dem kleinen Keller breit.

Nicole hatte sich aber zum Glück von dem großen Schreck erholt. In der ersten Etage angekommen, wurde uns schnell klar, dass unsere Vermutung zutreffen würde. Das muss ein Hotel gewesen sein. Oder eben ein Ferienheim, wie es in der DDR damals üblich war. An was wir das erkennen konnten, brauche ich euch nicht erzählen, denn das sagen ganz deutlich die hier gezeigten Fotos.

Interessant waren auf jeden Fall die alten Gardinen und Lampen. Jedes Zimmer hatte einen Wintergarten. Die Toiletten waren im Treppenhaus untergebracht. Leider wurde auch hier viel randaliert und zerstört. Auch die Natur hat hier schon heftig ihre Spuren hinterlassen. Ein Loch im Dach hat Feuchtigkeit eindringen lassen und hat sich damit schon durch einige Etagen gefressen.

Auch wenn dieser verlassene Ort nicht so toll eingerichtet war, hat er uns doch wieder gefesselt. Und wir sollten ja noch die Spuren im Schnee verfolgen. Aber schaut Euch nun erst einmal die Bilder aus dem großen Hotelgebäude an.

Wir folgten den Spuren im Schnee auf einem kleinen Pfad. Der war ganz schön felsig und rutschig. Wir mussten wirklich aufpassen wo wir hintraten. Aber dann offenbarte sich uns etwas Wunderschönes. Auf einem Felsen stand ein kleines Schlösschen, zumindest wirkte es so, welches einen wunderbaren Panoramablick inne hatte. Wie ein kleiner Saal wirkte der untere Bereich. Oben im Türmchen war vielleicht mal ein kleines Schlafzimmer untergebracht, welches wir leider nicht betreten konnten. Die Brücke dahin war aus Holz und schon sehr kaputt. Entweder handelte es sich hier um ein kleines Ferienhaus, oder man konnte hier kleinere Veranstaltungen abhalten.

Wir ihr seht, muss man nur die Augen offen halten, um verlassene Orte zu finden. Sie stehen eigentlich überall. Und so wie uns, geht es auch vielen anderen Leuten. Die Neugier und Abenteuerlust steht im Vordergrund. Weder eine kriminelle Energie noch Zerstörungswut treibt die meisten Menschen an solche Orte. Das Problem daran ist bloß, dass ein Vandale Spuren hinterlässt und 1000 friedliche Urbexer nicht eine!

p.s.: bitte entschuldigt die teilweise schlechte Bildqualität. Ich hatte sehr mit dem Regen zu kämpfen….

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