Das Rittergut Tiefenau: Verfall im Endstadium

Rittergut Tiefenau
Rittergut Tiefenau

 

Die Sonne steht an diesem wolkenlosen Februarnachmittag schon tief in dem 130 Seelendörfchen Tiefenau, welches fast mittig zwischen Riesa und Großenhain im Landkreis Meißen eine tausendjährige Geschichte aufweisen kann. Das Licht der Sonne wirkt nicht wie in den letzten Tagen kalt und farblos, sondern seit langen dunklen Wintertagen endlich wieder rötlich warm und voller Leben. Auch das Rittergut Tiefenau scheint in dem warmen, dunstigen Licht aus einem langen Dornröschenschlaf erwachen zu wollen.

Doch der Schein trügt. Von Leben und regem Treiben kann hier wahrlich keine Rede sein. Das Rittergut und das Wirtschaftsgebäude, sowie die vielen alten Ställe mit ihren schönen Kreuzgewölben, sind brüchig und voller Gefahren. Decken und Dächer sind zum Teil eingefallen und selbst wenn sich hier ein Investor für dieses große Gut finden würde, müssten sicher viele Gebäude abgerissen werden und nichts würde aussehen wie zuvor.

Trotz all dem Verfall wirkt der Besuch das ehrwürdigen Rittergutes, was einst dem im Jahre 1948 gesprengtem Schloss Tiefenau unterlag, wie eine Reise in eine vergessene Zeit. Eine eigenartige Atmosphäre aus Glanz, Melancholie und Gruselstimmung liegt über diesem Verlassenen Ort, was sicher auch dem perfektem Fotolicht zu verdanken war. Wir fragten uns zudem, als wir still in dem großen Innenhof des Gutes standen und unsere Augen die alten Gebäude beäugten, wie es denn hier aussah, als noch Leben diesen Ort durchflutete.

Auffällig sind auch die alten Stallungen mit ihren schönen Kreuzgewölben. Die stechen merklich ins Auge und haben uns fotografisch am meisten beschäftigt. Interessant war auch die alte Scheune. Von außen sah diese zwar sehr verfallen aus, doch innen wirkte sie sehr aufgeräumt und war noch voller Heu. So, als wäre sie erst vor kurzem aufgegeben wurden. Um das alte Rittergut Tiefenau stehen viele große, alte Bäume. Viele von Ihnen tragen das Naturdenkmalzeichen einer Eule. Sie passen irgendwie hervorragend zu den verfallenen Gemäuern und eine stattliche Eiche ist uns besonders aufgefallen. Sie steht versteckt hinter dem Barockgarten, der durch Eigeninitiative von Bürgern 1955 wiederaufgebaut wurde und heute noch frei zugänglich ist. Auf dem Friedhof zu Tiefenau steht ebenfalls die 1716 erbaute Schlosskirche und ist im vollen Umfang saniert.

Vielleicht ergeht es euch wie uns und ihr verspürt beim Ansehen dieser Bilder auch diesen Hauch von Melancholie.

 

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  1. Kerstin Hildebrand sagt:

    Hallo – ist ja gigantisch !! Wir waren gestern dort und haben nur zwischen den Sträuchern einen Versuch unternommen etwas zu erkennen. Aber man kann nur ahnen was dort für ein Kulturgut jämmerlich verkommt. Nun haben wir Eure Fotos gesehen – zum Heulen! Danke für die – leider“ Gänsehaut-Fotos! Es wäre wirklich nur zu wünschen das es doch noch einen Prinzen gibt, der es erweckt. Manchmal werden Märchen noch wahr. Wir drücken die Daumen.

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