Hochwasser in Meißen – Als die Elbe Meißen verschlang

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Hochwasser in Meißen: Hahnemannsplatz 2013
Hochwasser in Meißen: Hahnemannsplatz 2013

Wenn die Meißner Hochwasser hören, denken viele sofort an die schlimmen Überschwemmungen aus dem Jahr 2002 und 2013. Und irgendwie wirken sie auf der einen Art bedrohlich und gefährlich, auf der anderen faszinierend und anziehend zugleich. Ich erinnere mich noch ganz genau an den Abend, als damals im August 2002 der Sturm und Regen, der Tief Ilse angehörte, über die Meißner Altstadtbrücke peitschten. Teile der Altstadt und die Fischerhäuser waren schon ohne Strom. Hier und da sah man Taschenlampen im dunklen Meißen aufleuchten. Das schuf eine sehr bedrückende Stimmung.

An diesem Tag fegte auch die Triebisch durch das Triebischtal und teile der Stadt. Die Neu- und Gerbergasse wurden damals zur Rennbahn zwischen Mülltonnen und Autos, die wie Spielzeug durch das Wasser gewirbelt wurden. Nach dem Rückgang der Triebisch, was sehr schnell ging, wurden die Schäden erst richtig sichtbar. Die Straßen und Fußwege waren aufgerissen, Autos lagen in allen verschiedenen Positionen umher und überall lag dicker Schlamm. Manche Autos haben sich förmlich um Straßenlaternenmasten gewickelt. „So könnte es im Krieg ausgesehen haben“ – hörte man von vielen Bürgern.

Zu dieser Zeit hatte die Elbe noch lange nicht ihren höchsten Pegel erreicht. Die Schäden waren bisher alle durch das Triebischhochwasser entstanden. Erst eine Woche später sollte die Elbe ihren Höchststand bei weit über der 9-Meter Marke erreichen. Anfangs wollten das wenige wahr haben. Nach dem Triebischhochwasser fingen viele Bürger schon mit den Aufräumarbeiten an. Aber die Elbe stieg wie vorhergesagt und überschwemmte viele Teile erneut. Meißen war nicht wiederzuerkennen und es herrschte über eine Woche ein Ausnahmezustand, den viele so noch nicht erlebt hatten. Viele Bürger kamen in Notunterkünften, bei Familienmitgliedern oder Freunden unter.
Ich hatte Glück. Ich wohnte mit meiner Familie in Meißen Cölln. Hier war bis ein paar vollgelaufene Keller und kein TV, was nicht wirklich tragisch war, kaum etwas von dem extremen Hochwasser zu vernehmen. Auch wir hatten Besuch von Freunden, die nicht in ihrer Wohnung bleiben konnten.

Das Hochwasser im Jahr 2013 kam nicht ganz so überraschend. Vor allem aber gab es keine Triebisch, die binnen Minuten Teile der Stadt in einen reißenden Fluss verwandelte. Das Hochwasser 2013 war schon fast Routine, zumindest fühlte es sich so an. Viele Händler aus Meißen dürften das nicht so entspannt gesehen haben. Sie wurden binnen 10 Jahren von zwei großen Überschwemmungen heimgesucht. Noch heute sind vom Hochwasser gefährdete Straßen wenig durch Händler besiedelt und viele Ladengeschäfte stehen leer.

Fotos gibt es von mir aus dieser Zeit keine mehr. Leider sind diese damals durch einen Festplattendefekt verloren gegangen. Von dem Hochwasser 2013 konnte ich noch ein paar auftreiben.

Das Hochwasser der letzten Tage ist mit diesen beiden nicht vergleichbar und es ist rein meteorologisch auch nicht ersichtlich, dass es dazu kommen wird. Auffällig ist, dass in Kombination mit Sturm und abwechselndem Regen sich oft bestes Fotolicht bildet und auch die Sonnenuntergänge dementsprechend spektakulär sind. Ich war am Freitag dem 24.02.2017 zum Dämmerlicht auf der Eisenbahnbrücke und dem Poetenweg unterwegs. Und was soll ich sagen. Das Licht und die Bilder sagen wieder mal mehr als tausend Worte.

2 Kommentare auch kommentieren

  1. Marc sagt:

    Sehr schön geschrieben. Das 2002er Hochwasser ist mir noch mit einer Szene in Erinnerung, als im Triebischtal schon aufgeräumt würde und in der Alstadt die Vorbereitungen auf das Jahrhunderthochwasser vonstatten gingen. Wir haben im Triebischtal beim Aufräumen mit angepackt und es wurde dabei abend. Kein Strom, Staub und viele Lastwagen, die durch den Stadtteil fuhren und überall Zerstörung. Eine sehr gespenstische Szene, die mich seither, wenn ich etwas vom Hochwasser in Meißen höre.

    Liebe Grüße
    Marc, der auf der rechtselbischen Seite damals nur den Blick auf das Hochwasser hatte, aber einen halben Meter mehr und die Dresdner Straße wäre geflutet gewesen.

  2. Doreen sagt:

    Uns hatte 2002 das Hochwasser der Triebisch erwisxht, sie ist nur ca. 50 Meter vom Haus entfernt. Trockenen Fusses ins Haus tu gelangen war undenkbar. Nicht tu sehen wohin man tritt war sehr gefährlich. Wir waren erst seit 3 Jahren in dem Haus. Wir kamen bei den Eltern unter, mein Mann blieb im Haus wegen der umgehenden Plünderer. 2013 bin ich mit den Kids zu meiner Mutter, mein Mann blieb wieder im Haus. Es war aber nicht ganz so extrem wie 2002, trotz das die Triebisch reißender war.

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